Duisburg
Cremefarbenes Timbre neben komischem Talent
VON DIETER KRÜSSMANN - zuletzt aktualisiert: 09.11.2010


Duisburg (RP) Rheinhausen
Klassische Musik kann äußerst unterhaltsam sein. Beim Herbstkonzert des Männerchors "Germania Schwarzenberg" in der Mercatorhalle ertönten nicht nur ernste, sondern auch sehr lebhafte, ja, teilweise komödiantisch vorgetragene Arien und Lieder aus Oper sowie Operette und klassischer Literatur für Männerchöre.

Als viel umjubelte Gäste konnten die Mezzosopranistin
Satik Tumyan
sowie der Bassist Hayk Deinyan verpflichtet werden, die dem Konzert zur besten Kaffeezeit noch ein Sahnehäubchen zugaben.
Dramatischer Mezzo-Klang

Tumyan, gebürtige Armenierin, verfügte an diesem Abend über einen respektablen dramatischen Mezzo-Klang und ein cremefarbenes Timbre. Hayk Deinyan stammt ebenfalls aus Armenien und war Bauingenieur, bevor er sich dem Gesangsstudium widmete. Ein Orchester wurde nicht benötigt. Schließlich hatten alle Mitwirkenden mit Oxana Kolts
stets eine gute Begleiterin am Flügel.

Die Mixtur bekannter Melodien und Ohrwürmer, die von Chorleiter Ulrich Eick-Kerssenbrock zusammengestellt worden war, sorgte für Kurzweil. Ob nun bei Mozarts Duett "Reich mir die Hand mein Leben" oder "Lippen schweigen" aus der "Lustigen Witwe" von Franz Lehar: Die Solisten traten stets sicher auf, zeigten auch mal komisches Talent.
Das kam beim Publikum an. Die Parts mit dem gastgebenden Chor waren ebenfalls bestens. Otto Nicolais "Als Büblein klein an der Mutterbrust" mit einer herrlichen Trinkszene, bei der auch zwei der knapp 50 Chorsänger "Opfer" von Falstaff wurden,
oder "Carmens Habanera" mit der Solistin waren schön anzuhören. Recht unterhaltsam waren auch zwei Kompositionen des Leipzigers Carl Zöllner. Einem hörenswerten Studentenlied folgte der viel umschmunzelte "Speisezettel".

Die Sänger des Männerchors Germania Schwarzenberg wirkten sachlich, konnten aber auch lebhaft und ironisch werden.
RP-Foto:
Andreas Probst


Ruhigere Töne kamen beispielsweise beim Duett der beiden Solisten
"Still wie die Nacht"
von Carl Böhm auf, oder bei "Des Jägers Abschied" und "Die Rose", gesungen vom Chor. Dagegen war eine Parodie auf eine Chorprobe aus A. Lortzings Oper "Zar und Zimmermann" wieder recht lebhaft dargeboten.
Der Gesangverein hatte sein Publikum am Ende mit einem abwechslungsreichen Programm bestens unterhalten und zufrieden gestellt. Mit Edgar Elgars "Klängen der Freude" gab es eine schöne Zugabe.
Für das nächste Herbstkonzert von "Germania Schwarzenberg" im Oktober kommenden Jahres laufen noch Verhandlungen – angeblich, so hieß es, mit den Black Föös aus Köln.

Konzertvideos