Reisen

1980 unternahmen 50 Sänger, und das war in der bisherigen Vereinsgeschichte einmalig, mit großer Unterstützung unseres Protektors Friedrich Cordewener eine 14-tägige Konzertreise nach Ontario/Kanada. Die zahlreichen konzertanten Auftritte ließen kaum Zeit zum Erholen. Bei einigen offiziellen Empfängen waren nicht nur der kanadische Minister, sondern auch der deutsche Botschafter anwesend. Durch die Städtepartnerschaft Durham - Rheinhausen bekamen wir 1982 Kontakt mit dem "Lyons Male Voice Choir“ unter seinem Chorleiter Arthur Kay. Der Chor besuchte uns mit seinen Familien im Mai 1982. Es folgte der Gegenbesuch im Oktober 1983 mit gemeinsamen Konzerten und Ausflügen bis nach Schottland.

1985 waren die Lyons zum zweiten Mal in Rheinhausen. Viele Freundschaften entstanden, die bis heute fortdauern. 1987 fuhr die Germania zum zweiten Mal nach England und die Lyons mit ihren Familien sahen wir letztmalig 1992 in Rheinhausen. Im Oktober 1982 fand eine weitere große Konzertreise nach Winston Salem/North Carolina/USA statt. Die private Unterbringung der Sänger ermöglichte einen guten Einblick in die Lebensgewohnheiten amerikanischer Familien. Drei große Konzerte sind unvergesslich: zwei weltliche, eins in der Universität von North Carolina und das zweite in der Kunsthochschule von Winston Salem und das Kirchenkonzert in der Conveniant Presbyterian Church in Charlotte, die mit mehr als 1000 Besuchern aus allen Nähten quoll.

Die letzte große Reise führte den Chor mit 63 Sängern 1996 nach Südafrika. Unter der Leitung des Chorleiters unseres englischen Partnerchores, der für unseren nicht einsatzbereiten Chorleiter eingesprungen war, gaben wir Konzerte in der "Ender Hall“ der Universität Stellenbosch, in der Kirche St. Bonifatius in Pretoria und mit dem deutschen Orchester in der akustisch hervorragenden Aula der deutschen Schule in Pretoria im Beisein des stellvertretenden Bürgermeisters von Pretoria und des Generalsekretärs der deutsch-afrikanischen Kulturvereinigung. Leider mussten wir 1989 unsere gut organisierte und schon fest gebuchte Reise nach China wegen politischer Unruhen absagen.

Aber auch mit unseren fördernden Mitgliedern veranstalteten wir Reisen, die bis ins Ausland führten. So waren wir 1990 in Trient/Italien, mit Ausflügen nach Mailand und Venedig. 1991 besuchten wir Oberösterreich mit Besichtigungen in Steyr, Linz und Salzburg. An unserer Reise im Oktober 1995 in die Toskana mit einem Auftritt des Chores im Florenzer Dom nahmen 100 Mitglieder teil. Unsere jährlichen Sängerfahrten führten uns im Juni 2002 auch nach Idar-Oberstein und Mörschied. Dabei machten wir die Bekanntschaft des Mörschieder Musikvereins mit dem wir gemeinsam musizierten. Die daraufhin stattgefundene Mitwirkung des Musikvereins bei unseren Sommerparkfesten 2003 und 2004 fand bei unserem Publikum ungeteilten Beifall und stellte eine wertvolle Bereicherung des Festes dar.

Im Jahre 2008 wirkte der Musikverein Mörschied mit großem Erfolg bei unserem Jahreshauptkonzert in der Mercatorhalle im City-Palais Duisburg mit.

Chorfamilienreise 13. – 18. Mai 2009 ins Alte Land

Für die Chorreise 2009 war als zentraler Quartierort das Städtchen Stade im sogenannten „Alten Land“ an der Unterelbe ausgewählt worden, wo das „SuperioreDreiSterneHotel Vier Linden“ im Ortsteil Schöllisch unsere Heimstatt war. Ein vollbesetzter Bus startete am „Haus der Jugend“ und fuhr zunächst bis Bremen, wo es eine Stadtbesichtigung unter sachkundiger Leitung mit dem Bus und im InnenstadtBereich auch per pedes gab.

Nach der Ankunft in Stade und Zimmerbelegung mit anschließendem Abendessen ging es nahtlos zum gemütlichen Teil des Abends über. Einige besuchten dazu die Lokalitäten in Stade.

Am nächsten Tag führte uns eine Reiseleiterin in AltländerTracht kreuz und quer durch ihr „Altes Land“, erst ein Stück die Elbe hinauf bis gegenüber HamburgSchulau und nach York. Über Mittag waren wir in Buxtehude und zur Kaffeezeit in Stade, zwei reizenden altertümlichen Städten.

Der dritte Tag war mit einer Besichtigung Hamburgs ausgefüllt. Vormittags mit dem Bus (Innenstadt und Alsterseen), nachmittags mit dem Schiff durch den Hafen sowie einer Mittagszeit bei den St. Pauli Landungsbrücken. Es war der Tag der feierlichen Schiffstaufe des Luxusliners „Mein Schiff“, welche dort im Hafen am Abend vonstattengehen sollte.

Der nächste Seehafen war schon einen Tag später auch mit professioneller Betreuung an der Reihe: Bremerhavens Übersee und Containerhafen sowie mittags der Fischereihafen. Bis zur Rückfahrt konnte im „Alten Hafengebiet“ und auf der Weserpromenade mit den futuristischen Gebäuden gebummelt werden. Es roch hier so herrlich nach Nordseeluft.

Am vorletzten Tag wurde wieder mit der Altländer Reiseführerin vom zweiten Reisetag das Gebiet Elbeabwärts – das Kehdingen Land erkundet. Die ElbeInsel Krautsand, das Küstenschifffahrtsmuseum in Wischhafen und das alte Fischerstädtchen Freiburg, wo es zum ersten Mal seit Reisebeginn leider zu regnen begann, waren die nächsten Ziele.

Am Nachmittag ging es etwas landeinwärts zurück zum Flüsschen Oste, um die 100jährige Schwebefähre zwischen Hemmoor und Osten zu bewundern. Dieser Tag klang mit einem gemütlichen Abend im Hotel aus, bei dem, wie üblich, einige humorvolle Beiträge die Reisegesellschaft erheiterten. Auch der erzählbegabte Hotelwirt trug zur Belustigung bei.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen mit einem „Dankeschön Ständchen vor dem Hotel. Aber noch ging es nicht sofort nach Hause, sondern über Mittag weilten wir im niedersächsischen Freilichtmuseumsdorf Cloppenburg zu einer längeren Rast.

Dann erst wurde die Heimfahrt angetreten und eine schöne beschauliche Reise ging zu Ende.
Eine besondere Geburtstagsfeier in Dresden

Unser Sangesbruder Raimund Dolata wurde am 22.06.2009 70 Jahre alt. Statt wie üblich zu einer Bierrunde, lud er den gesamten Chor zu einem dreitägigen Ausflug vom 20.-22.06. nach Dresden ein, um dort mit seinem Bruder auf dessen weitläufigem Grundstück am Elbe-Hochufer der Dresdener Südstadt Loschwitz/Wachwitz zu feiern.

Jedes Jahr wird dort vom Bruder ein Fest zur Sonnenwende gegeben und dies sollte in diesem Jahr zum besonderen Ereignis unser Chor stimmgewaltig unterstützen. Nach anfänglicher Skepsis waren viele bereit, die niedrigen Hotelkosten in Kauf zu nehmen, da Fahrt und Verpflegung kostenlos waren. Leider konnte unser Chorleiter wegen einer Familienfeier nicht mitkommen, aber der Vizechorleiter, Hans Kurt Garz, stellte seine schon zum gleichen Zeitpunkt beabsichtigte Reise zurück und fuhr ebenfalls mit. So begann am Samstag, den 20.06. um 8.00 Uhr, bei schönem Wetter, die Reise vom Rheinhauser Marktplatz in einem komfortablen Bus der Fa. Killer.

Gegen Mittag erreichten wir die Raststätte Mühlberg an den „Drei Gleichen“- (drei Burgen, die von Brüdern errichtet worden sind). Die vom Sangesbruder Steffen Hering spendierte originale Thüringer Bratwurst mussten wir dann aber im Lokal verspeisen, da die wie erst geplant, vor der Raststätte stehende Grillbude, noch geschlossen war.

Als der Busfahrer tanken wollte, wartete der Bus mit den Sängern längere Zeit vor der Tankstelle, die durch einen schicken, dicken, fahrerlosen Laster blockiert war. Da riss unserem 1. Schriftführer, Horst Zimmermann, der Geduldsfaden und er ging den Fahrer, der gemütlich in der Raststätte frühstückte, suchen. Mit den Worten: „Wem gehört denn die Karre an der Tanksäule“, schreckte er den Fahrer auf und sorgte dafür, dass unter Gelächter die Tanksäule frei wurde.

Am späten Nachmittag erreichten wir nach dem Passieren des „Blauen Wunders“ unser Hotel“ Pappritzer Hof“ auf den Höhenzügen am rechten Elbufer. Die Hotelzimmer waren dank der guten Organisation schnell belegt, und wir konnten uns auf unser Konzert vorbereiten. Der Bus brachte uns zurück zum Elbufer, von wo aus wir, teilweise atemlos ca. 200 m steil bergauf zur Villa des Bruders Dolata stiegen. Wir besichtigten die liebevoll hergerichtete (zu DDR-Zeiten verkommene) Villa mit der beeindruckenden Innenausstattung und dem tollen Blick auf die Elbe.

Allmählich fanden sich auch die Gäste ein und unser Konzert fand dankbare Zuhörer. Danach gab es Gegrilltes, Bier, Wein und Schnaps bis zum Abwinken. Gut, dass danach der Bus wieder zur Fahrt zum Hotel bereitstand.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen, wurden wir am Elbufer in der Nähe der Brühl´schen Terrasse abgesetzt und hatten den Tag zur freien Verfügung. Da die Interessen sehr unterschiedlich waren, bildeten sich kleine Gruppen, die die Altstadt erkundeten, wie die Frauenkirche mit dem atemberaubenden Blick vom Turm, den Zwinger, die Hofkirche, das Schloss und die alten Verteidigungsanlagen unter der Brühl´schen Terrasse.

Wenn man Dresden schon mehrmals besucht hat, beeindrucken die Änderungen, die der Aufbau der Altstadt verursacht. Das alte, wiederhergestellte „Grüne Gewölbe“ musste außen vorbleiben, weil keine Karten zu erhalten waren. Im Sophien-Keller fand sich dann zur Mittagszeit ein Teil der Gruppen ein, um den Hunger mit Dresdener Spezialitäten zu stillen (z.B. Eierschecke). Am späten Nachmittag wartete am Elbufer der Bus, um uns zum Hotel und anschließend zur Villa zu fahren.
Ein großer Topf mit Gulaschsuppe, der über dem offenen Feuer hing, war die Vorspeise. Danach wieder Gegrilltes, Bier, Wein und Schnaps. Ein riesiges offenes Feuer sorgte für Wärme!

Da aber Raimund erst am Montag Geburtstag hatte, vergnügten wir uns mit den Getränken bis nach Mitternacht! Als dann plötzlich die Bierfässer vorzeitig leer waren, wurde trotz Sonntag problemlos für Nachschub gesorgt! Todmüde fielen wir dann endlich gegen 2.00 Uhr morgens ins Bett.
Nach dem guten Frühstück am Montag verabschiedete sich der Chor vom Hotelpersonal mit einem Ständchen. Steffen Hering organisierte in Mühlberg in einer Gaststätte in Ortsmitte ein Mittagessen. Der Clou war zum Abschluss ein Abstecher in die in diesem Ort liegende ehemalige VEB Schlachterei.

Die Sänger kauften Wurst und andere Fleischwaren, als ob es in den nächsten drei Wochen zu Hause nichts mehr zu essen gäbe! Es war eine schöne, anstrengende Reise. Wir bedanken uns bei Raimund Dolata, der uns dieses Erlebnis ermöglicht hat.