Geglückte Premiere
Festlich gekleidete Männer mit Textbuch. Das Gemeinschaftsprojekt war ein großer Erfolg. Foto: Fabian Strauch
 

Duisburg-Rheinhausen. 
 Das 1. Akkordeon-Orchester Rheinhausen und der Männerchor Germania-Schwarzenberg in der Rheinhausen-Halle.

Erstmals hatten das 1. Akkordeon-Orchester Rheinhausen und der MC Germania-Schwarzenberg über einen längeren Zeitraum zusammengearbeitet, jetzt trug diese musikalische Mühsal endlich die ersehnten Früchte: beim Sommerkonzert „Stimme trifft Taste“ der beiden Musikvereine in der Rheinhausen-Halle. Vor fast ausverkauftem Haus überzeugten beide Ensembles bei einem bunten Potpourri von Liedern und Instrumentals, die durch viele Genres wie Volksliedergut, Schlager, Operette oder Bigbandsound führten. Ja, ein Bigbandsound, der so prägnant war, dass ihn selbst James Last nicht aus seinem Orchester hätte besser herauszaubern können.

Nur, der Dirigent des Akkordeon-Ensembles Manfred Schmidtke verfügte nicht über Trompeter, Bassisten oder Violinisten innerhalb seiner Musiker, sondern schaffte es mit knapp 20 Akkordeonisten einen Klang zu erzeugen, der einer klassischen Bigband mit dieser Besetzung ohne weiteres das Wasser reichen konnte – zumindest sehr ähnlich klang. Zuträglich war hier vielleicht auch die von einigen als schwierig empfundene Akustik der Rheinhausen-Halle, die keinen Nachhall zulässt, stattdessen die Musik prägnant abbildet. So konnte man als Zuschauer meinen, einer Live-Aufnahme aus den Decca-Studios in den 60er Jahren beizuwohnen.„Music“ und der Fluch der KaribikExzellent, auf den Punkt genau, stimmten die Einsätze und das machte den Reiz dieses preisgekrönten Ensembles aus. Im für Akkordeonisten schwierigen Stakkato waren die Stücke „Music“ von John Miles und die Filmmusik zu „Der Fluch der Karibik“ bestens arrangiert, alle Musiker wurden perfekt unter dem Dirigat von Manfred Schmidtke in Szene gesetzt, so dass er den „Cantus firmus“, die eigentliche bekannte Melodielinie, an die verschiedenen Orchesterstimmen der Reihe nach übergab.Gleiches machte der Chorleiter Ulrich Eick-Kerssenbrock mit seinen Sängern vom MC Germania-Schwarzenberg, kitzelte Momente des Staunens aus ihnen heraus beim Volkslied „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ oder ließ sie ein beschwipstes „Lob des Rheins“ intonieren.

In den Fällen der anderen Stücke wie „Glory Land“ oder „Ming eetste Fründin“ der Bläck Föös war es immer ein vertrackter Chorsatz, der die etwa 40 Sänger in allen Tonlagen forderte, die im feinsten beigen Sakko, hellblauem Hemd und roter Fliege ihre Präsenz vor dem Vorhang behaupteten. Und dass Dirigent Manfred Schmidtke sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte, merkte man ihm nicht an, in einer Version von „Copacabana“ brachte er sein Orchester mit wild fuchtelndem Taktstock bei karibischen Rhythmen zum Ende des Konzerts noch einmal richtig zum Swingen. Die Eroberung des ParadiesesZum Schluss zeigte sich dann die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Rheinhauser Musikvereine: Es folgten der Operetten-Klassiker „Leichtes Blut“ von Johann Strauß und „In der Kneipe am Moor“, die dann von beiden Ensembles zusammengespielt wurden. Höhepunkt war sicherlich die Filmmusik von „1492 – Die Eroberung des Paradieses“, als sich Chor und Akkordeonorchester in die Fußstapfen von Kolumbus begaben. Und als letzte Zugabe gab es für die Bewohner der ehemaligen Zechenstadt, die einst über Schächte von Mevissen und Diergardt verfügte, das „Steigerlied“, bei dem das Publikum auch ohne Chor einmal lauthals mitsingen sollte. Und wen wundert’s: Heraus stachen die Frauen der Männer, die auf der Bühne für ein unterhaltsames Konzert gesorgt hatten.

 Stephan Sadowski
 

Bläck Fööss begeistern mit Kulthits
VON DIETER KRÜSSMANN - zuletzt aktualisiert: 18.10.2011

Duisburg (RP). Für sein Jahreskonzert in der Mercatorhalle hatte sich der Männerchor Germania Schwarzenberg diesmal die Kölner Kultband eingeladen. Die Rechnung ging auf: Sowohl die Freunde der gepflegten Chormusik als auch die des Kölschen Karnevals kamen voll auf ihre Kosten.

Die Bläck Fööss sorgten am Sonntag bei ihrem Auftritt in der Mercatorhalle für gute Laune. Foto: Ralf Hohl

Rheinhausen Mit Schlagern, Hits und Evergreens gestaltete der Männerchor Germania Schwarzenberg unter der Leitung von Ulrich Eick-Kerssenbrock am Sonntag sein Jahreskonzert in der ausverkauften Mercatorhalle. Zusammen mit dem MGV Sängerbund 1871 Wanheim unter Chorleiter Axel Quast und mit Holger Blüder am Flügel boten die Sänger ein buntes und vielfältiges Programm. Aber so gut die Leistung der Duisburger auch war – die absoluten Top-Stars des Abends waren die Bläck Fööss. Und so war das ja auch vorgesehen.

Lang gehegter Wunsch

Nach dem Sängergruß zum Auftakt, kräftig und sicher von 82 Männerstimmen vorgetragen, umspannte der musikalische Rahmen der Duisburger Sänger Lieder vom Wein und der Liebe, Amüsantes und Nachdenkliches. Zudem verneigten sie sich mit Hits wie "Aber bitte mit Sahne", "Mit 66 Jahren", "Griechischer Wein" und "Ich war noch niemals in New York" vor dem großen Udo Jürgens. In Gedenken an den großartigen Schauspieler, Sänger und Entertainer Peter Alexander wurde auch "Die kleine Kneipe" gesungen.
Info

Bläck Fööss aktuell

Peter Schütten (Gitarre, Gesang), Andreas Wegener (Piano, Gesang), Kafi Biermann (Gesang, Gitarre), Ralph Gusovius (Schlagzeug, Akkordeon, Gesang), "Bömmel" Lückerath (Saiteninstrumente), Hartmut Priess (Bass), Erry Stoklosa (Gitarre, Gesang).

Mit der Verpflichtung der Bläck Fööss war ein lang gehegter Wunsch der "Germanen" in Erfüllung gegangen. Die Kölner Kultband hat ein weit über die Karnevalsmusik hinausgehendes, stilistisch vielseitiges Repertoire mit weit mehr als 200 Titeln. Die schönsten wurden an diesem Abend präsentiert. Ob nun im Cha-Cha-Cha-Stil ("Kaffeebud"), im Samba-Rhythmus ("Wenn de Sonn schön schingk") oder als Krätzchengesang, also den lustigen Begebenheiten des Kölner Alltags, die Kölner hatten jede Menge Hits mitgebracht.

Der "Buuredanz", "Dat Wasser vun Kölle", "Katrin", oder das Lied über die Selbstdiagnose ("He deit et wih un do deit et wih") – das Publikum war von Anfang an begeistert, schunkelte, sang und klatschte rhythmisch mit. Sogar der Männerchor wurde in einen Teil des Programms der Bläck Fööss einbezogen. Beim "Wir lagen vor Madagaskar" wurde extra vom Programm abgewichen. "Beim nächsten Mal singen wir dann mit euch ,Wenn die bunten Fahnen wehen', meinte einer der Musiker lächelnd.

Stehende Ovationen

Den Bläck Fööss gefiel die Atmosphäre in der Mercatorhalle sichtlich, und so gab es dann auch gleich diverse Zugaben. Auch wenn die Karnevalszeit erst am 11. November beginnt, so waren die Knüller an diesem Abend "Mer lose d'r Dom en Kölle", "Drink doch eine met" und "Am Dom zo Kölle, zo Kölle am Rhing", alles humorvolle und eingängige Melodien und Hits des Fastelovends.

Am Ende gab es stehende Ovationen und viel Beifall für alle Beteiligten Musiker. So schön kann Chormusik sein.